SOL Dipl.-Päd. Daniela Schlechter-Kitzbichler
Roman Kitzbichler

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Erste Green Care-Hoftafel in Tirol überreicht

Als österreichweit erster Betrieb wurde der Bio-Bauernhof „Wald am See“ in Kitzbühel mit dem Green Care-Zertifikat ausgezeichnet. BM Rupprechter überreichte nun die offizielle Hoftafel.

Junge und alte Menschen, Personen mit Einschränkungen, körperlichen oder seelischen Belastungen, ganze Schulklassen oder interessierte Urlauber: Der von Daniela Schlechter-Kitzbichler und Roman Kitzbichler geführte Hof „Wald am See“ ist schon für viele Besucher zum Erlebnis-, Gesundheits- und Bildungsort geworden. Nach der erfolgreichen Zertifizierung im Vorjahr wurde der engagierten Familie nun offiziell die Green Care-Hoftafel überreicht.

 

Die therapeutische Arbeit mit Tieren und deren positive Auswirkungen auf die Menschen hat schon vor vielen Jahren das Interesse der Familie Kitzbichler geweckt. Die ausgebildete Lehrerin und Sonderpädagogin und der Landwirt und Tischlermeister haben sich daher eingehend mit diesem Thema beschäftigt und bieten auf ihrem Hof neben verschiedenen Workshops, Schule am Bauernhof, sozialem Lernen und vielen weiteren Aktivitäten vor allem tiergestützte Pädagogik und Kompetenzförderung an. „Green Care hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Aus den Pilotprojekten einiger wagemutiger Pionierinnen und Pioniere wurden umfangreiche Angebote in Praxis, Forschung, Beratung sowie Aus- und Weiterbildung. Ich freue mich daher besonders dem vorbildlichen Hof „Wald am See“ heute die Green Care-Hoftafel persönlich überreichen zu dürfen,“ erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter.

 

Landwirtschaftliche Visionäre

Mit unternehmerischem Weitblick und großem persönlichen Einsatz hat die Familie Kitzbichler in den letzten Jahren bereits wichtige Entwicklungsschritte hin zu einem Musterbetrieb des Green Care Diversifizierungsprojektes gemacht. „Wald am See“  bietet so ein attraktives Angebot für unterschiedliche Zielgruppen. Neben verschiedensten Bildungsschwerpunkten mit Volks- und Neuen Mittelschulen (Inklusion und Soziales Lernen) agiert der Betrieb außerdem als dislozierte Außenstelle der Allgemeinen Sonderschule St. Johann mit dem einzigartigen Schulversuch „Tiergestützte Pädagogik“ und bietet nach dem gerade abgeschlossenen Umbau der Tenne zusätzlich einen barrierefreien schulischen Lern- und Arbeitsbereich. „Mit ‚Wald am See – Wachsen mit allen Sinnen‘ haben wir ein innovatives Betriebskonzept mit Urlaub am Bauernhof und der Green Care-Zertifizierung für Tiergestützte Pädagogik und Kompetenzförderung zur Erhaltung der Landwirtschaft geschaffen. Damit konnten wir mindestens einen Arbeitsplatz in Verbindung mit unserem Grundberuf am Hof gewinnen. Das Schönste für uns sind jedoch die zahlreichen Erfolgsgeschichten, die wir in der täglichen Arbeit am Hof mit Kindern und Jugendlichen erleben dürfen“, schildert Daniela Kitzbichler-Schlechter.

 Mich freut es besonders, dass ein Tiroler Betrieb österreichweit als erstes mit der Green Care-Zertifizierung ausgezeichnet wurde. Die Familie steht mit Feuereifer hinter ihrer Sache und ich bin davon überzeugt, dass dieses wegweisende Projekt auch beispielgebend für weitere Betriebe in unserem Bundesland sein wird, da es vorbildhaft aufzeigt, wie auch außerlandwirtschaftliche Berufe auf den Höfen ausgelebt werden können“, so ÖR Helga Brunschmid, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Tirol.

 

Neue Wege – neue Chancen

Green Care steht als Projekt für eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen, die meist in Kooperation mit Sozialträgern und Institutionen direkt auf aktiven land- und forstwirtschaftlichen Betrieben angeboten werden. Die Palette reicht dabei von Pädagogik, Therapie, Pflege und Betreuung bis hin zu sozialer Arbeit. „Die Green Care-Zertifizierung ist der Nachweis, dass alle erforderlichen Richtlinien erfüllt, somit die Qualität des Angebotes sichergestellt ist und durch die unabhängige externe Kontrollstelle SystemCERT überprüft ist. Das gibt nicht nur ‚Wald am See‘, sondern auch den Kundinnen und Kunden Sicherheit“, freut sich die Geschäftsführerin des Vereines Green Care Österreich Mag. (FH) Nicole Prop. Für die bäuerlichen Unternehmerinnen und Unternehmer stellt dieses Konzept im Rahmen der Diversifizierung neben touristischen Möglichkeiten und der Direktvermarktung ein zusätzliches Einkommensstandbein dar. Gerade in den momentan wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann auf diese Weise zur Erhaltung der Betriebe beigetragen werden.

Zu Green Care – Wo Menschen aufblühen

Green Care – Wo Menschen aufblühen macht land- und forstwirtschaftliche Betriebe zu Partnern der Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Wirtschaftssysteme. Der Bauernhof wird in Kooperation mit Sozialträgern und Institutionen zum Arbeits-, Bildungs-, Gesundheits- und Lebensort und ermöglicht eine Vielzahl an Angeboten und Dienstleistungen für junge und ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, körperlichen und seelischen Belastungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion zwischen Mensch, Tier und Natur. Durch dieses innovative soziale Angebot wird die Lebensmittel- und Umweltkompetenz der bäuerlichen Familienbetriebe um eine zukunftsweisende soziale Komponente erweitert. Für bäuerliche Unternehmerinnen und Unternehmer und für Sozialträger und Institutionen stellt Green Care neue Möglichkeiten der Angebotsdiversifizierung dar. Green Care – Wo Menschen aufblühen bildet eine ideale Brücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und der Bevölkerung und stärkt somit den Zusammenhalt im ländlichen Raum. Der Verein Green Care Österreich bildet gemeinsam mit neun Landwirtschaftskammern das Kompetenznetzwerk für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Green Care- Dienstleistungen auf aktiven bäuerlichen Familienbetrieben.

Pressemitteilung: LK Innsbruck, Haaser

Siehe weitere Fotos: LK Innsbruck, Haaser; Privat

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